Freitag, 12. September 2008

Unser Standpunkt

Im Zuge der immer größer werdenden sozialen Kluft zwischen Arm und Reich nehmen wir vom AWO- Jugendwerk Gießen Stellung zu unseren politischen Ansichten.


Unsere politischen und gesellschaftlichen Ziele

Vor allem Kinder und Jugendliche leiden immer mehr an den zunehmenden Kosten für Betreuung und Bildung. Vielen Eltern ist es nicht mehr möglich das Familienleben mit dem Arbeitsalltag in Einklang zu bringen, weshalb Kinder und Jugendliche oftmals die Nachmittage alleine zu Hause verbringen müssen.

Als Jugendwerk der AWO fordern wir deshalb den gebührenfreien Zugang zu Kindertagesstätten/-gärten, schulischer, beruflicher und universitärer (Aus-)Bildung. Ein weiteres Ziel unseres Jugendverbandes ist es, junge Menschen dazu zu befähigen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dazu gehört einerseits Selbstständigkeit zu erlernen und andererseits, politische Prozesse nachvollziehen zu können, um sich dann eigenständig mit bestimmten politischen Themen auseinander setzen zu können.

Zum ersten Punkt:

Viele Kinder wachsen in einkommensarmen oder schwachen Familien auf, in denen die Eltern/Erziehungsberechtigten kaum noch zu Hause sind. Alltägliche Dinge, wie die Unterstützung bei den Hausaufgaben oder gemeinsames Kochen/ Essen, können deshalb nicht mehr wahrgenommen werden.
Wir als AWO Jugendwerk Gießen möchten deshalb dort eingreifen wo die Möglichkeiten der Eltern, den Kindern einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen, fehlen.

Zum zweiten Punkt:

Die parlamentarische Demokratie lebt von der Teilnahme am politischen Leben. Ob aktive oder passive Teilnahme - die Konsequenzen tragen alle. Darum wollen wir als Jugendwerk junge Menschen dazu befähigen, am demokratischen Leben teilnehmen zu können.

Demokratie ist mehr als "wählen gehen" und mehr als zwischen Parteien zu wählen, Demokratie bedeutet Mitspracherecht und wirkliche Partizipationsmöglichkeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen.

  • Demokratie ist Meinungsäußerung – überall!

  • Demokratie ist konstruktive Kritik,

  • Demokratie ist Protest,

  • Demokratie ist gemeinsam eine Lösung zu finden,

  • Demokratie ist Teilnahme,

  • Demokratie ist eine klare Position gegen Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und Rechts-Populismus,

  • Demokratie ist somit auch "wählen gehen"




Bildungspolitik

Vor allem seit der Veröffentlichung der letzten PISA- Studie geht es in Deutschland darum, immer „mehr und schneller“ zu lernen und einen Abschluss zu erlangen. Dabei gehen die grundsätzlichen Bildungs- und Erziehungsziele verloren. Nicht mehr Qualität sondern Quantität steht im Vordergrund, die Fähigkeit zur Analyse und Kritik geht immer mehr verloren. Das Mehr an Wissen und die immer kürzeren (Aus-)Bildungszeiten stehen jedoch im Widerspruch zur wirtschaftlichen Lage vieler Schüler, Auszubildenden und Studenten.

Viele müssen aufgrund der steigenden Lebenshaltungs- und Bildungskosten, neben Schule/ Ausbildung/ Studium zusätzlich arbeiten gehen.

Um die Qualität des Lernens zu wahren fordern wir:

  • direkte finanzielle Absicherung von Kindern und Jugendlichen, bis zum Eintritt ins Berufsleben,

  • Bildung und Ausbildung nicht als wirtschaftlichen Wert zu sehen, sondern als gesellschaftlichen,

  • eine Abkehr von Studiengebühren und Studienkontenmodellen sowie Schulgebühren,

  • die Einführung eines elternunabhängigen Studienförderungssystems